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Götter und Worldbuilding in GRRMs „Das bleiche Kind mit dem Schwert“

Von Priscilla Zorzi. Original: Gods and Worldbuilding in GRRM’s And Seven Times Never Kill Man, veröffentlicht am 24. Mai 2018 (The Fandomentals). Kopfbild von Tim Truman, eingefügt vom Übersetzer.

Tim Truman GRRM art lf

Die hier wiedergegebenen GRRM-Zitate sind dem Sammelband „Traumlieder I“ (Heyne 2014, ISBN 978-3-453-31611-9) entnommen, aus dem auch der hier von mir – dem Übersetzer – zur Einstimmung und als Leseprobe vor der Übersetzung von Priscilla Zorzis Artikel eingefügte Anfang von „Das bleiche Kind mit dem Schwert“ stammt:

Die Jaenshi-Kinder hingen außen an den Mauern, eine Reihe kleiner, graufelliger Körper, still und regungslos an langen Stricken. Die ältesten von ihnen waren offenkundig vor dem Erhängen abgeschlachtet worden; hier baumelte ein männliches Wesen ohne Kopf an den Beinen, während dort der versengte Kadaver eines weiblichen hing. Aber die meisten von ihnen, die dunklen, behaarten Kleinkinder mit den großen, goldenen Augen, die meisten waren einfach aufgehängt worden. Gegen Abend, als der Wind aus den zerklüfteten Bergen herabwirbelte, drehten die Körper der leichteren Kinder sich an ihren Stricken und prallten an die Stadtmauer, so als wären sie lebendig und klopften um Einlass.

Aber die Wachen auf den Mauern beachteten das Poltern nicht, als sie ihre unerbittlichen Runden gingen, und die Metalltore mit den Roststreifen blieben geschlossen.

„Glauben Sie an das Böse?“ fragte Arik neKrol Jannis Ryther, als sie vom Kamm eines nahen Hügels auf die Stadt der Stählernen Engel hinabstarrten. Zorn war in jede Linie seines flachen, gelblich-braunen Gesichts geritzt, während er zwischen den geborstenen Splittern dessen saß, was einmal eine Jaenshi-Betpyramide gewesen war.

„An das Böse?“ murmelte Ryther zerstreut. Ihre Augen lösten sich nicht von den Rotsteinmauern unter ihnen, wo sich die dunklen Körper der Kinder deutlich abzeichneten. Die Sonne ging unter, eine dicke, rote Kugel, von den Stahlengeln das Herz von Bakkalon genannt, und das Tal unter ihnen schien in blutigen Nebeln zu schwimmen.

„Das Böse“, wiederholte neKrol. Der Händler war ein kleiner, dicklicher Mann, seine Züge entschieden mongoloid, bis auf das flammend rote Haar, das ihm fast bis zu den Hüften reichte. „Es war ein religiöser Begriff, und ich bin kein religiöser Mensch. Vor langer Zeit, als ich noch ein kleines Kind war und auf ai-Emerel aufwuchs, entschied ich, dass es weder Gut noch Böse gebe, sondern nur verschiedene Denkweisen.“ Seine kleinen, weichen Hände tasteten im Staub umher, bis er einen großen, gezackten Splitter gefunden hatte, der seine Faust füllte. Er stand auf und hielt ihn Ryther hin. „Die Stahlengel lassen mich wieder an das Böse glauben“, sagte er.

Sie nahm ihm das Fragment wortlos aus der Hand und drehte es in den Händen. Ryther war viel größer als neKrol und auch viel schmaler, eine harte, knochige Frau mit langem Gesicht, kurzen, schwarzen Haaren und Augen ohne Ausdruck. Der verschwitzte Overall, den sie trug, hing locker an ihrem hageren Körper.

„Interessant“, sagte sie schließlich, nachdem sie den Splitter ein paar Minuten lang betrachtet hatte. Er war so hart und glatt wie Glas, aber widerstandsfähiger, von durchsichtiger roter Farbe, doch so dunkel, dass er beinahe schwarz erschien.

„Kunststoff?“ fragte sie, als sie ihn wieder zu Boden fallen ließ.

NeKrol zuckte die Achseln. „Das dachte ich auch, aber es ist natürlich völlig ausgeschlossen. Die Jaenshi arbeiten mit Bein und Holz und manchmal mit Metall, aber Kunststoff liegt für sie noch Jahrhunderte entfernt.“

„Oder hinter ihnen“, sagte Ryther. „Sie sagen, diese Betpyramiden seien im ganzen Wald verstreut?“

„Ja, soweit ich herumgekommen bin. Aber die Engel haben alle, die sich in der Nähe ihres Tals befinden, zerschlagen, um die Jaenshi zu vertreiben. So, wie sie sich ausdehnen, und sie werden sich ausdehnen, zerstören sie die anderen.“

Ryther nickte. Sie schaute wieder hinunter in das Tal, und in diesem Augenblick glitt das letzte Randsegment vom Herzen Bakkalons hinter das westliche Gebirge, und die Lichter in der Stadt wurden hell. Die Jaenshi-Kinder baumelten in Pfützen aus sanftem blauem Licht, und unmittelbar über dem Stadttor konnte man zwei Strichgestalten arbeiten sehen. Nach kurzer Zeit hievten sie etwas hinaus, ein Tau entrollte sich, und dann zuckte und hampelte ein neuer kleiner, dunkler Schatten vor der Mauer.

„Warum?“ fragte Ryther mit kühler Stimme, während sie zusah.

NeKrol war alles andere als kühl.

„Die Jaenshi haben versucht, eine ihrer Pyramiden zu verteidigen. Speere und Messer und Steine gegen die Stahlengel mit Lasern und Strahlern und Kreischwaffen. Aber sie überfielen sie unvermutet und töteten einen. Der Proktor erklärte, dass es nicht wieder vorkommen werde.“ Er spuckte aus. „Das Böse. Die Kinder vertrauten ihnen, wissen Sie.“

„Interessant“, sagte Ryther.

„Können Sie irgendetwas tun?“ fragte neKrol erregt. „Sie haben Ihr Schiff, Ihre Mannschaft. Die Jaenshi brauchen einen Beschützer, Jannis. Sie sind den Engeln gegenüber hilflos.“

„Ich habe vier Mann in meiner Besatzung“, sagte Ryther gleichmütig. „Vielleicht auch vier Jagdlaser.“ Das war alles, was sie erwiderte.

NeKrol sah sie hilflos an. „Nichts?

„Morgen wird uns vielleicht der Proktor aufsuchen. Er hat die Lights gewiss herunterkommen sehen. Vielleicht wollen die Engel Handelsgeschäfte machen.“ Sie warf einen Blick zurück in das Tal. „Kommen Sie, Arik, wir müssen zurück zu Ihrem Stützpunkt. Die Waren müssen verladen werden.“

*      *      *

Götter und Worldbuilding in GRRMs „Das bleiche Kind mit dem Schwert“

von Priscilla Zorzi

Jahrzehnte bevor er der weltberühmte Schriftsteller wurde, den wir alle lieben, auf den zu warten wir aber hassen, machte George R. R. Martin (GRRM) sich einen Namen, indem er Science Fiction schrieb. And Seven Times Never Kill Man / Das bleiche Kind mit dem Schwert markiert einen weiteren Schritt auf diesem Weg und erweitert Martins Sci-fi-Universum, das als „Die Tausend Welten“ bekannt ist.

1974 geschrieben und im folgenden Jahr auf Analog veröffentlicht, wurde die Geschichte für den Hugo Award als Best Novelette nominiert. Sie wurde zu einer von Martins vielen Geschichten, die den Hugo verfehlten, aber die bloße Menge an Nominierungen, die er bekam, ist schon beeindruckend.

And Seven Times Never Kill Man brachte auch dieses ikonische Analog-Cover von John Schoenherr hervor (irgendwo zwischen Wookies und Ewoks?):

Werfen wir also einen Blick in einen weiteren Winkel von Martins „Zukunftshistorie“-Universum.

In tausendmal tausend Wäldern und einer einzelnen Stadt

Das bleiche Kind mit dem Schwert führt uns auf die Welt Corlos (nein, nicht diese), die Heimat der Jaenshi. Die Jaenshi, eine intelligente humanoide Spezies, strukturieren ihre Gesellschaft um ihren religiösen Glauben, wobei jeder ihrer kleinen Clans eine andere Pyramide verehrt, als ob sie ihre Götter enthalten würde.

Diese Gesellschaft wird langsam von den Stahlengeln vernichtet, einem kriegerischen Menschenkult, der sich dem bleichen Kind Bakkalon widmet. Die selbsternannten Kinder Bakkalons glauben, es sei ihre Pflicht, zu expandieren und zu erobern, und Corlos ist die nächste Welt in ihren Plänen. Am Beginn der Geschichte zahlen die pazifistischen und wilden Jaenshi eine hohen Preis dafür, dass sie einen der Stahlengel getötet haben, und nun hängen ihre Kinder an den Mauern der Stadt der Engel.

Die Grausamkeit der Engel erzürnt Arik neKrol, einen menschlichen Händler, der die Kunst der Jaenshi liebt. NeKrol überzeugt seine Händlerkollegin davon, dass sie den Jaenshi helfen müssen, und Jannis verlässt den Planeten mit dem Versprechen, in einem Jahr mit Waffen zurückzukehren. Nun liegt es an neKrol, die Jaenshi in ihrem Gebrauch zu unterrichten.

Es stellt sich heraus, dass die meisten Jaenshi nicht an neKrols Waffen interessiert sind, im Vertrauen darauf, dass ihre Götter sie schützen werden. Die Ausnahme ist eine kleine Gruppe von Vertriebenen – Jaenshi, deren Pyramiden und Clans vernichtet wurden, die aber keine Heimat bei anderen finden konnten. Angeführt von einer Jaenshi, die die Bittere genannt wird, sind die Vertriebenen entschlossen, die Engel zu bekämpfen und die überlebenden Clans zu schützen.

Als die Kinder von Bakkalon gegen einen riesigen Jaenshi-Clan vorrücken, kommen ne Krol und sein zusammengewürfelter Haufen von Vertriebenen, um sie zu schützen. Seltsame Ereignisse finden statt, als die Engel die Pyramide dieses Clans zu zerstören versuchen:

NeKrol stand wie gelähmt. Die Pyramide auf dem Felsen war kein rötlicher Block mehr. Sie funkelte jetzt in der Sonne, ein Gefüge aus durchsichtigem Kristall. Und unter dem Dach stand, in jeder Einzelheit vollkommen, das bleiche Kind Bakkalon und lächelte, seinen Dämonen-Zerschmetterer in der Hand.

NeKrol stood paralyzed. The pyramid on the rock was no longer a reddish slab. Now it sparkled in the sunlight, a canopy of transparent crystal. And below that canopy, perfect in every detail, the pale child Bakkalon stood smiling, with his Demon-Reaver in his hand.

Die meisten Stahlengel halten das für ein Wunder, außer dem Waffenmeister C’ara DaHan. Bevor er die Zerstörung der Pyramide befehlen kann, wird er von einem der Vertriebenen getötet. Dies löst einen bewaffneten Konflikt zwischen den Jaenshi und den Kindern Bakkalons aus, mit mehreren Toten auf beiden Seiten, einschließlich neKrol.

Wenig ist über die Jaenshi nach diesem Konflikt bekannt, aber die Bittere und zwei andere Vertriebene treffen Jannis und bereiten sich darauf vor, mit ihr wegzufliegen. Die Stahlengel leben immer noch in ihrer Stadt, aber sie werden besessen von ihrer neu gefundenen Gottheit/Pyramide. Sie verbrennen ihre Wintervorräte und töten ihre eigenen Kinder, die nun an den Mauern der Stadt der Engel hängen.

Sie werden nie wieder einen Menschen töten

So wie Martin sein Schreiben und seinen Stil entwickelt, werden seine Geschichten länger und komplexer. Das bleiche Kind mit dem Schwert enthält ein breites Spektrum von Elementen, die es wert sind, sie zu analysieren, und ein paar, die spezifisch für mich herausstachen.

Diejenigen, die Martin von A Song of Ice and Fire (ASOIAF) her kennen, wissen, wie gern er mit den Erwartungen seiner Leser spielt. Doch seine Handlungswendungen werden organisch aus der Erzählung geboren, gesät und zu erahnen, lange bevor sie stattfinden. Sie überraschen einen dennoch, aber gleichzeitig fragt man sich, warum man sie nicht kommen gesehen hat.

Dieses Leseprojekt zeigt, dass Martin seit den 1970ern mit den Erwartungen der Leser gespielt hat, mit variablem Erfolg. Geschichten wie The Second Kind of Loneliness (dt. „Die zweite Stufe der Einsamkeit“) oder This Tower of Ashes (dt. „Ein Turm aus Asche“) haben wichtige Handlungswendungen, die unsere Wahrnehmung der Geschichte verändern. Gleichzeitig sind sie recht abrupt, und ich kann mir nicht vorstellen, dass viele Leser jene Wendungen vorab erraten haben.

Das bleiche Kind mit dem Schwert fühlt sich näher an ASOIAF an, in dem die Überraschung von unseren eigenen Erwartungen an die Erzählung kommt. Storytelling-Konventionen sagen uns, dass die Novelle nicht einfach damit enden wird, dass die Engel die Jaenshi vernichten und Feierabend machen. Wir erwarten, dass die Jaenshi sich wehren, und die Erzählung spielt mit dieser Möglichkeit. Dann nimmt der Konflikt einen anderen Verlauf, aber einen, der völlig Sinn ergibt mit allem, was uns über die Jaenshi und die Engel erzählt wurde. Die Jaenshi besiegen die Engel tatsächlich. Nur nicht auf die Art, wie wir es von ihnen erwartet haben.

Um ehrlich zu sein, mag ich es nicht so recht, wenn unerklärte übernatürliche Elemente am Schluss so entscheidend sind, auch wenn ich weiß, dass dies Martins bevorzugte Herangehensweise an Magie ist. Aber das überraschende Ende wurzelt in dem, was wir über diese Welt und jene Kulturen wissen. Es ist nicht deshalb eine Wendung, weil sie aus heiterem Himmel kam, sondern weil wir ein Versprechen erwarteten, das die Geschichte niemals machte.

Die alten Götter und der neue

Martin geht für Das bleiche Kind mit dem Schwert tiefer ins Worldbuilding als für seine vorherigen Werke. Die Novelle ist eindeutig Teil eines größeren Universums, mit mehreren Bezugnahmen auf andere Planeten und Kulturen der Tausend Welten.

Um die Wahrheit zu sagen, manche jener Verweise fühlen sich erklärend an oder wie ungeschicktes Namedropping, das sehr wenig zur Geschichte beiträgt. Aber die Substanz der Erzählung, die Kulturen der Jaenshi und der Stahlengel, ist dennoch bemerkenswert gut entwickelt. Wir bekommen ein gutes Gefühl dafür, wer sie sind, woran sie glauben oder wie ihre Gesellschaft funktioniert. Ohne diese Grundlage würde der Schluss einfach nicht funktionieren.

Die beiden Kulturen sind klar verschieden und funktionieren nach sehr verschiedenen Werten, aber gleichzeitig haben sie wichtige Ähnlichkeiten gemeinsam. Jaenshi und Engel haben ihren Glauben als Zentrum der sozialen Organisation, wobei dieser Glaube auch bestimmt, wer aus dieser Gesellschaft ausgeschlossen ist oder dazugehört. Es gibt einen starken Fokus auf Kollektivität vor Individualität, mit einer Betonung auf Hierarchie und die Rolle der religiösen Führer. Beide Führer scheinen sich trotz gegenteiliger Beweise ihres Glaubens sicher zu sein. Die Jaenshi und die Kinder Bakkalons zeigen im Lauf der Erzählung Parallelen zueinander, daher passt die Verwandlung der Kinder Bakkalons in eine pervertierte Version der Jaenshi-Clans gut zu ihnen.

Es ist keine kleine Leistung, zwei Kulturen zu erschaffen und zu präsentieren, die einander so ähnlich und doch so offensichtlich verschieden sind. Vielleicht werden aus diesem Grund sowohl die Jaenshi als auch die Stahlengel dennoch weitgehend als kulturelle Blöcke behandelt. Es ist etwas, mit dem Martin bis zu seinen ASOIAF-Tagen Schwierigkeiten haben wird, wie man bei den Dothraki und anderen Essosi-Kulturen sieht. Wir bekommen kein Gefühl für die interne Vielfalt dieser Kulturen, weil wir nicht die Individuen sehen, die Teil von ihnen sind. Diejenigen, die wir kennenlernen, wie die Bittere oder C’ara DaHan, werden als Ausnahmen behandelt.

Der Text von Das bleiche Kind mit dem Schwert fühlt sich manchmal fast antireligiös an, obwohl ich nicht glaube, dass dies Martins Ziel war. Es ist nur so, dass seine Götter uns so fremd sind. Ihre wahre Natur ist unbekannt, ihre Absichten ein Geheimnis. Wir sehen das auch bei den Göttern von ASOIAF: von R’hllor bis zum Ertrunkenen Gott ist Martins Pantheon erschreckend. Kein Wunder, dass wir in beiden Geschichten nur die Worte der Propheten haben, die sich oft irren oder denen wichtige Teile entgehen, aber niemals die Götter selbst. Wir können Martins Götter nicht erreichen. Aber welche Götter können wir denn erreichen?

Das Herz von Bakkalon war für immer untergegangen

Anders als Martins übliche enge Perspektivstruktur präsentiert Das bleiche Kind mit dem Schwert uns mehrere Perspektiven. Wir folgen öfter Arik neKrol, aber auch Jannis Ryther oder Wyatt und seinen Stahlengeln. Von all den Hauptakteuren in der Geschichte fehlt uns nur eine Jaenshi-Perspektive.

Die Perspektive der Stahlengel zu haben, gibt uns einen besseren Einblick in ihre Gesellschaft und in ihre Motivationen sowie auch in die blinden Flecken, die letztendlich ihren Fall bewirken werden. Das Fehlen einer Jaenshi-Perspektive wiederum macht ihre Kultur für uns mysteriöser. Die einzige Jaenshi, die wir besser kennenlernen, die Bittere, operiert eindeutig nicht mehr nach denselben Regeln. Dies macht die Kultur der Jaenshi für den Leser wahrhaft fremd, was mehrere Interpretationen des finalen Konflikts zwischen ihnen und den Engeln ermöglicht.

Was geschah wirklich mit der Pyramide des Wasserfallclans? Was sind eigentlich die mysteriösen Pyramiden, die die Jaenshi verehren? Wer hat sie gebaut? Wie und warum schufen die Jaenshi Skulpturen fremder Götter? Warum haben sie die Statuen von Bakkalon geschaffen? Wussten die Sprecher, was geschehen würde? Was ist die Bedeutung des goldenen Leuchtens in den Augen der Jaenshi, das bei der Bitteren fehlt, aber am Ende in den Augen der Stahlengel vorhanden ist? Hat es eine Verbindung zur Bevölkerungskontrolle der Jaenshi, dass die Engel ihre eigenen Kinder töten? Was ist die Natur der Jaenshi-Götter? Warum verändern die Bittere und die anderen Vertriebenen sich so sehr, so wie sie sich von diesen Göttern distanzieren? Ich könnte ewig fortfahren; diese Geschichte wirft mehr Fragen auf als eine Staffel von Lost.

Ich habe keine zufriedenstellende Antwort auf diese Fragen gefunden, keine eigene und keine in Fankreisen. Jedoch denke ich nicht, dass Martin die Idee der „Vampire des Geistes“ oder „Seelensauger“ ohne Grund eingeführt hat. So schlampig mit losen Enden zu sein, passt nicht zu Martins Stil, selbst in seiner Frühzeit. Könnte dies der Schlüssel für die Erklärung des Schicksals der Engel sein? Oder ist dieser Verweis zu klein und zu wenig durchgezogen, um eine solche Bedeutung in der Erzählung zu verdienen? Ich schwanke mit dieser Idee hin und her.

Wie ist es mich euch? Was ist eure Interpretation des Endes? Welche Aspekte der Geschichte waren für euch hervorstechend? Lasst es mich in den Kommentaren wissen.

*      *      *

Noch etwas Lesestoff dazu: Das bleiche Kind mit dem Schwert im Tausend-Welten-Wiki (recht kurz), And Seven Times Never Kill Man im George R. R. Martin’s ‚Thousand Worlds‘ Universe Wiki (umfangreicher als die deutsche Version) sowie And Seven Times Never Kill Man auf Goodreads

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