„Ionische Flüssigkeiten“ könnten die habitable Zone neu definieren

Von Andy Tomaswick. Original: „Ionic Liquids“ Could Redefine the Habitable Zone, veröffentlicht am 12. März 2026 (Universe Today). Unten: Künstlerische Darstellung des Exoplaneten Kepler-1649c. (Bild: – NASA/Ames Research Center/Daniel Rutter)

„Folgt dem Wasser“ ist seit Jahrzehnten ein Mantra der Astrobiologie gewesen, und der Weltraumforschung allgemein. Wenn man Leben finden will, ist es sinnvoll, nach dem universalen Lösungsmittel zu suchen, das fast alle Arten von Leben auf der Erde verwenden. Aber was, wenn das Leben nicht wirklich Wasser braucht, um zu existieren oder sich überhaupt zu entwickeln? Ein neuer Artikel von Forschern am MIT, einschließlich Dr. Sara Seager, und der University of Cardiff, der als Vorabdruck auf arXiv verfügbar ist, schlägt eine Alternative zum Wasser als Grundlage für das Leben vor – ionische Flüssigkeiten (englisch ionic liquids, IL) und stark eutektische Lösungsmittel (engl. deep eutectic solvents, DES). Diese Flüssigkeiten könnten Leben in Umwelten zu existieren ermöglichen, die wir früher für zu heiß, zu kalt oder zu ausgedörrt hielten, und könnten unsere Chancen bei der Suche danach im Kosmos dramatisch verändern.

ILs sind im Wesentlichen Salze, die bei niedrigen Temperaturen in flüssiger Phase bleiben – im Allgemeinen unter 100°C. DES andererseits sind Mischungen aus Verbindungen, die einen viel niedrigeren Schmelzpunkt haben als ihre einzelnen Bestandteile, und die von elektrostatischen Kräften wie Wasserstoffbrückenbindung und Van-der-Waals-Kräften zusammengehalten werden. Beide haben physikalische Eigenschaften, die sie aus astrobiologischer Perspektive interessant machen.

Sie sind physikalisch extrem stabil. Vor allem haben sie Dampfdrücke, die um Größenordnungen unter dem des Wassers liegen. Nachdem das bedeutet, dass sie kaum jemals verdunsten, können sie als Mikrotröpfchen oder Dünnfilme in einem Vakuum oder auf Welten mit unglaublich dünnen Atmosphären existieren. Wenn ein Planet eine Atmosphäre hat, können sie auch über irre Temperaturschwankungen flüssig bleiben. Zum Beispiel hat eine spezifische ionische Flüssigkeit ([NBu3H][HFAC]) einen Schmelzpunkt von frostigen -93°C.

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Plasmafenster als „Energieschild“- Luftschleusentüren für Raumschiffe und Raumstationen

Von GS, auf Basis eines von mir übersetzten Abschnitts auf Winchell Chungs Webseite Atomic Rockets. (Fette Hervorhebungen im übersetzten Text von mir.)

Aus Defenses: Force Fields (nach dem Abschnitt „TV TROPES: DEFLECTOR SHIELDS“):

Es gibt ein paar entfernt mögliche „Kraftfelder“ in der wirklichen Welt. Forscher haben mit dem Einsatz magnetischer und elektrostatischer Felder für die Abwehr von Teilchenstrahlung experimentiert. Mehr am Rand befinden sich Plasmafenster, die eine Verteidigung gegen Mikrowellen und Teilchenstrahlung sein könnten. Aber sie haben noch einen weiten Weg, bis sie waffentaugliche Teilchenstrahlen stoppen können. (Unten: Kaltes Plasma)

Plasmafenster können unter Druck stehende Bereiche mit einer Art „Energieschild-Tür“ von nicht unter Druck stehenden trennen. Luft kann nicht durch das Plasmafenster in den nicht unter Druck stehenden Bereich passieren, selbst bei einem Druckunterschied von bis zu neun Atmosphären. Wenn also ein Strahlengenerator ein Vakuum erfordert, aber der bestrahlte Gegenstand sich in einer Atmosphäre befindet, funktioniert das Plasmafenster recht gut.

Gegenwärtig wird es für das Elektronenstrahlschweißen genutzt. Der Strahlengenerator befindet sich in einer Vakuumkammer, der Elektronenstrahl passiert das Plasmafenster und verschweißt die Bleche, die in einer in Hemdsärmeln betretbaren Umgebung auf einer Werkbank liegen. Theoretisch könnte man das als schnell zu passierende Luftschleusen- oder Hangartür in einem Raumfahrzeug nutzen.

Plasmafenster haben ein helles Glühen, die Farbe hängt davon ab, welches Gas für das Plasma verwendet wird. Argon ist violett, Stickstoff ist orange.

Der Nachteil von Plasmafenstern ist, dass sie Stromfresser sind. Für ein rundes Fenster benötigen sie 8 Kilowatt pro Zentimeter Fensterdurchmesser. Davon abgesehen gibt es keine Grenze für den Durchmesser.

*     *     *     Ende der Übersetzung     *     *     *

Solche Plasmafenster können – wenn sie mit nichtthermischem oder „kaltem“ Plasma (nonthermal plasma) arbeiten – als zusätzliche Luftschleusentür eines Raumschiffs, einer Raumstation oder einer Basis auf einem Himmelskörper ohne geeignete Atmosphäre verwendet werden, für Fälle, wo mehr Menschen schnell hintereinander durchgehen müssen oder wollen, als in der Schleusenkammer Platz haben, oder wenn Objekte durchgebracht werden sollen, die länger als die Schleusenkammer sind. Für kleinere Raumschiffe oder Raumstationen wäre auch eine platzsparende Form von Luftschleusen denkbar, die bloß aus einer äußeren, zweiteilig nach innen öffnenden Tür und einem Plasmafenster eine Türflügelbreite innerhalb davon bestehen, ohne eigentliche Schleusenkammer. Die Türflügel würden analog zur weiter unten beschriebenen Hangarbucht erst nach Aktivierung des Plasmafensters geöffnet und vor dessen Abschaltung wieder geschlossen.

Eine weitere Verwendung wäre als Notdurchgang zwischen Schiffs- oder Stationssektionen, die wegen eines Hüllenbruchs voneinander abgeschottet werden müssen, sodass Menschen in intakte Sektionen flüchten oder Schadenkontrollteams in eine beschädigte gehen können, ohne dafür eine Luftschleuse zu benötigen.

Dabei ist der direkte Kontakt menschlicher Haut mit dem kalten Plasma unproblematisch, denn eine Anwendung nichtthermischer Plasmen liegt in der Plasmamedizin, zum Beispiel bei der Kaltplasmatherapie schlecht heilender chronischer Wunden, bei der man sich die antimikrobielle Wirkung „kalten Plasmas“ zunutze macht und mit einem sogenannten „Plasmastift“ gegen die Wundheilungsstörung anzugehen versucht. Eine Studie ergab z. B., dass die Kaltplasmatherapie bei Wunden des unteren Beins eine vollständige Wundschließung noch während der Behandlungsphase möglich macht. Die antimikrobielle Wirkung von kaltem Plasma wäre auch vorteilhaft für Situationen, wo eine Kontaminierung außerirdischer Umwelten mit auf Schutzanzügen oder Ausrüstungsgegenständen anhaftenden irdischen Mikroben oder umgekehrt vermieden werden soll.

Plasmafenster-„Kraftfeldtüren“ könnten jedoch wegen des hohen Energieverbrauchs immer nur so kurz wie unbedingt nötig aktiviert bleiben, bevor sie mit einer konventionellen Tür verschlossen werden: Bei einer kreisrunden Ausführung mit 2 m Durchmesser wären gemäß Winchell Chungs Leistungsangabe 1,6 Megawatt erforderlich, und für eine rechteckige Ausführung mit 2 x 1 m Durchgangslichte immer noch rund 1 MW. Zum Vergleich: die Photovoltaik-Module der Internationalen Raumstation haben derzeit eine Gesamtleistung von 215 kW, womit nur ein 27 cm durchmessendes Plasmafenster betrieben werden könnte, bei Abschaltung oder Akkubetrieb aller anderen Stromverbraucher. Für praktische Anwendungen von Plasmafenstern wäre also eine nuklearelektrische Energieversorgung notwendig.

Ein noch größerer Anwendungsmaßstab wären Hangarbuchten für Landefähren oder andere Beiboote, oder für Raumschiffe in sehr großen Raumstationen, wie hier die Millennium Falcon in der Docking Bay 327 des Todessterns…

…wo die Raumfahrzeuge sich in einer normalen Atmosphäre befinden, die man nicht für jedes Ein- oder Ausdocken in den Weltraum entweichen lassen oder absaugen und in Druckbehälter pumpen müssen will.

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Kurzgeschichten versus Romane als Vorlagen für Spielfilme

Von GS, mit Videos von Critical Drinker und Adam Savage sowie zwei von mir übersetzten Blog-Essays von James Wallace Harris (Auxiliary Memory – Things I want to remember).

Critical Drinker (Will Jordan, der Autor der Ryan-Drake-Reihe von Actionthrillern) hat als Pilotprojekt einen 42 Minuten langen Film mit dem Titel „Rogue Elements“ produziert, der in der Welt seiner Ryan-Drake-Romane spielt und mit einem durch Kickstarter aufgebrachten Budget von 270.000 Pfund verwirklicht wurde. Hier ist dieser Film in voller Länge:

Auf seinem YouTube-Kanal hat er ein selbstkritisches Video mit dem Titel „Lessons Learned From Rogue Elements“ (10:25) veröffentlicht, in dem er seine Erfahrungen als Macher seines ersten Films schildert und auch auf Kritiken daran eingeht sowie auf seine eigenen Fehler und Schwächen als Autor, darunter auch die wichtige Erfahrung, dass man als Drehbuchautor keine Kontrolle über das Endprodukt hat und dass es drei Versionen des Films gibt – die Version, die man machen möchte, die Version, die man machen darf und zuletzt die Version, die man zu machen gezwungen ist:

Im Kommentarbereich dazu schrieb themittonmethod1243 (hier übersetzt von mir):

Eine Lektion, die mir vor 35 Jahren beigebracht wurde, als ich etwas kreatives Schreiben mit einem Auge darauf lernte, in das Schreiben längerer Geschichten hineinzukommen: ein Filmdrehbuch muss IMMER so geschrieben werden, als sei es ein „Kurzfilm“ oder eine „Kurzgeschichte“, ungeachtet der letztendlich gewünschten Filmlänge. Hier scheitern auch viele (die meisten) Buchadaptionen – und das ist der Grund, warum Peter Jacksons LOTR-Trilogie so gut als Adaptation funktionierte – beim Drehbuchschreiben und beim Erstellen der Storyboards verstand er, dass es KEINE MÖGLICHKEIT gab, jede Szene aus den Büchern auf die Leinwand zu bringen, daher versuchte er es nicht. Er entschied sich dafür, sich auf die Kerngeschichte – Frodos Reise – zu fokussieren und nur davon abzuweichen, wo die Nebenhandlungen wieder zur Hauptgeschichte zurückkehren und sie bereichern.

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Das hat mich an das Video „Adam Savage’s Favorite Novel-to-Movie Adaptation“ (8:19, aus Adam Savage’s Tested) erinnert:

…wo Ex-MythBuster Adam Savage ab 3:15 die Frage beantwortet, welche Romanverfilmung er am meisten mochte, und dabei sagt, dass ein Roman normalerweise eine schlechte Basis für einen Spielfilm ist, weil es darin viel zu viel Story gibt, um das alles in einem Film unterzubringen, und er erzählt, dass Francis Ford Coppola einmal bei einem gemeinsamen Essen mit Adam diesen Punkt von sich aus zur Sprache gebracht und genau dasselbe gesagt hat.

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Brandon McNultys Schreibratschläge (4): Dialoge

Der Thrillerautor Brandon McNulty (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Radrennfahrer) veröffentlicht auf seinem YouTube-Kanal Writer Brandon McNulty im Wochenrhythmus Videos mit Ratschlägen für das Schreiben von Geschichten.

Diese Videos (oben: „Dialogue: The Secret to Writing Spoken Action“ 11:05 min.) illustriert er mit Ausschnitten aus Filmen und Fernsehserien als Anschauungsbeispiele, aber seine Ratschläge beziehen sich nicht nur auf das Schreiben von Drehbüchern, sondern auch von Romanen (er hat selbst ein paar geschrieben: Bad Parts, Entry Wounds und The Half Murders). Hier sind neun weitere Videos:

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Brandon McNultys Schreibratschläge (3): Charaktere

Der Thrillerautor Brandon McNulty (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Radrennfahrer) veröffentlicht auf seinem YouTube-Kanal Writer Brandon McNulty im Wochenrhythmus Videos mit Ratschlägen für das Schreiben von Geschichten. Diese Videos illustriert er mit Ausschnitten aus Filmen und Fernsehserien als Anschauungsbeispiele, aber seine Ratschläge beziehen sich nicht nur auf das Schreiben von Drehbüchern, sondern auch von Romanen (er hat selbst ein paar geschrieben: Bad Parts, Entry Wounds und The Half Murders).

Hier ist zunächst einmal ein Einführungsblock mit zehn Videos von Brandon McNulty (oben: „Describing Your Main Character“, 10:41) plus zur Ergänzung sechs von The Critical Drinker:

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Brandon McNultys Schreibratschläge (2): Plot

Der Thrillerautor Brandon McNulty (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Radrennfahrer) veröffentlicht auf seinem YouTube-Kanal Writer Brandon McNulty im Wochenrhythmus Videos mit Ratschlägen für das Schreiben von Geschichten. Diese Videos illustriert er mit Ausschnitten aus Filmen und Fernsehserien als Anschauungsbeispiele, aber seine Ratschläge beziehen sich nicht nur auf das Schreiben von Drehbüchern, sondern auch von Romanen (er hat selbst ein paar geschrieben: Bad Parts, Entry Wounds und The Half Murders). In dieser Zusammenstellung bringe ich Videos zum Themenkreis Handlung, Handlungselemente und Storytelling.

Hier ist zunächst einmal ein Block mit sieben Videos über Basics plus zur Ergänzung zwei von The Critical Drinker:

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Brandon McNultys Schreibratschläge (1): Ideen, Themen, Settings

Der Thrillerautor Brandon McNulty (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Radrennfahrer) veröffentlicht auf seinem YouTube-Kanal Writer Brandon McNulty im Wochenrhythmus Videos mit Ratschlägen für das Schreiben von Geschichten. Diese Videos illustriert er mit Ausschnitten aus Filmen und Fernsehserien als Anschauungsbeispiele, aber seine Ratschläge beziehen sich nicht nur auf das Schreiben von Drehbüchern, sondern auch von Romanen (er hat selbst ein paar geschrieben: Bad Parts, Entry Wounds und The Half Murders). In dieser Zusammenstellung bringe ich Videos über Ideen, Themen und Settings, die meisten davon in Kommentaren, weil sie in der breiteren Kommentarspalte größer angezeigt werden als im eigentlichen Artikel.

Hier ist zunächst einmal ein Block über Ideen und Themen und das Schreiben an sich:

How to Expand an Idea into a Story“ (8:04):

The Secret to Writing Something ORIGINAL“ (5:56):

Zu diesem Thema hat Brandon McNulty fünf Jahre später mit einem zweiten Video nachgehakt:

How to Write Something ORIGINAL“ (8:02; „Learn the difference between large-scale and small-scale originality–with examples from Jurassic Park, Late Night with the Devil, The Substance, and more!“):

„Plagiarism vs Inspiration: How to NOT Rip Off Other Stories“ (8:55):

Zu diesem Video passt „Star Wars Minus Star Wars“ (17 min.) von Kyle Kallgren, in dem Star Wars ausschließlich mit Ausschnitten aus Filmen und Fernsehserien nacherzählt wird, die entweder Inspirationen für Star Wars geliefert haben oder selbst davon inspiriert wurden:

Kommentator Black Wing schrieb dazu (hier meine Übersetzung): „Das erinnert mich an die alte Phrase: Stiehl aus einer Quelle, und es ist ein Plagiat. Stiehl von jedem, und es ist Recherche.“

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Fly safe, Scott Manley!

Der Astrophysiker, Programmierer und YouTuber Scott Manley, von dessen Videos ich (GS) schon etliche Zusammenstellungen veröffentlicht habe, hat seit etwa einem Jahr auch eine Privatpilotenlizenz. In dieser Zusammenstellung werde ich einige Videos über seine fliegerischen Erlebnisse präsentieren sowie andere Videos von ihm über diverse Luftfahrtthemen. Die meisten davon werde ich jedoch in Kommentaren posten, weil sie in der Kommentarspalte breiter dargestellt werden können als in der Blogartikelspalte des von mir gewählten WordPress-Themes.

How I Learned To Fly In The Clouds Safely! (11:52):

Too Much Plane? Brand New Pilot Tries To Fly Aerobatic Bi-Plane Pitts Special (16:19):

Bisher von mir veröffentlichte Zusammenstellungen von Scott Manleys Videos:

Raketentriebwerke
Raketentreibstoffe
Raketen und Raketenprojekte
„Apollonisches“
Kosmisches
Asteroiden
Orbitalmechanik
„Going Nuclear“
Raumgleiter und Atmosphäreneintritt von Raumfahrzeugen
Scott Manley: „Fly Safe, Starship!“

Weitere Videos folgen in Kommentaren.

Das Problem mit der Körperpanzerung in der Science Fiction

Von Bret Devereaux. Original: The Problem with Sci-Fi Body Armor, veröffentlicht am 29. November 2024 (A Collection of Unmitigated Pedantry – A look at history and popular culture).

Diese Woche behandeln wir das Siegerthema bei der letzten Umfrage im ACOUP-Senat, welches ein Blick auf einige der seltsamen Entwürfe und Mechaniken für futuristische Science-Fiction-Körperpanzerungen ist, besonders starre „hardsuits“. Natürlich wird dieser Beitrag nicht jede Variante von Rüstung behandeln, die in der Science Fiction vorkommt, daher möchte ich klarstellen, dass ich mich hier auf starre Rüstungen ohne Antrieb beschränken werde. Angetriebene oder Servo-Rüstungen – das heißt, Rüstungen, die sich mittels eingebauter Servos und Motoren bewegt statt rein durch Muskelkraft – sind ein eigenes Thema, dass wir uns für ein anderes Mal aufheben werden.

Stattdessen möchte ich mich auf starre Science-Fiction-Rüstungen fokussieren, weil sie eine interessante Linse für die Betrachtung ihres Designs bieten: wie man einen menschlichen Körper mit einem starren Material panzert, ist ein sehr gelöstes Problem; etliche Kulturen haben dieses Problem mit viel Energie und Findigkeit angepackt und versucht, Schutz, Beweglichkeit und Gewicht auszubalancieren. Und das „Problem mit Science-Fiction-Körperpanzerungen“ beginnt mit der Tatsache, dass die meisten dieser futuristischen „hardsuits“ wenig oder nichts von der Designsprache jener Versuche nutzen. Wo realer Körperschutz sich gegen Bedrohungen entwickelt, entwickeln fiktive Rüstungen sich stattdessen als visuelle Sprache und entlehnen die Designelemente anderer fiktiver Rüstungen viel öfter, als sie sich bei ihren eigenen historischen Beispielen bedienen, mit dem Ergebnis, dass das ganze Ding sich irgendwie selbst verzehrt.

All das bietet ein faszinierendes Fenster, um darüber zu reden, wie wirkliche Rüstungen entworfen werden, und über die Anliegen, die ihre Struktur motivieren können, im Gegensatz zu den oft sehr mangelhaften visuellen Designs, die wir in den Medien sehen.

Als erstes werden wir uns also einige (zumindest für mich) sehr offensichtlich fehlerhafte Designs für Science-Fiction-Rüstungen ansehen. Dann werden wir uns ansehen, wie Bedrohungen die Bedeckung und andere Anliegen für Körperpanzerungen formen, und von da aus werden wir einige historische Beispiele betrachten, die auf potenzielle Lösungen hinweisen könnten (und ein bisschen auch, warum ich vermute, dass Designer sie nicht nutzen).

Wie man Rüstungen falsch macht

Was mich erstmals auf dieses Thema brachte, war ein einzelnes Werbebild für Dune (2021), das Dave Bautista (als Glossu Rabban) zusammen mit einigen Harkonnen-Soldaten in ihren Kampfrüstungen zeigt, weil ich dachte, dass sowohl das Design der Rüstungen als auch spezifisch die Modifikationen für Bautistas „Hauptcharakter“-Version davon recht vielsagend waren:

Insbesondere sieht man, dass die Harkonnen-Soldaten (vermutlich Offiziere) Rüstungen haben, die aus schweren Schulterstücken und einem hohen Kragen bestehen, zusammen mit einer Brustplatte, die bis zu den Hüften hinunterreicht (zur „Gürtellinie“ im Unterschied zur natürlichen Taille) und sich dann vorne noch ein bisschen weiter erstreckt. Aber man bemerkt auch sofort, dass Bautistas Rüstung viel weniger schützt: der starre Bestandteil bedeckt nur den oberen Rumpf, und es gibt nur Gewebe über dem Bauch und viel weniger Schulterschutz. Und es ist nicht besonders schwer zu erraten, warum: mit solch großen, starren Elementen kann man sich vorstellen, dass die Komparsen in dem Bild sich nicht sehr viel bewegen oder beugen können (ich glaube, man kann im Bild oben tatsächlich einigermaßen sehen, wie eingeschränkt ihre Pose ist), aber Bautista muss viel körperlich agieren und Gefühle darstellen, was erfordern wird, dass er seine Arme über den Kopf heben und sich in der Taille beugen kann.

Nur dass diese Kerle natürlich, wenn sie erwarten würden, in einen wirklichen Kampf zu gehen, ebenfalls in der Lage sein wollen würden, ihre Arme über die Köpfe zu heben und sich in der Taille beugen zu können!

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Poul Anderson: Das Teilen von Fleisch

Vorbemerkung des Übersetzers: Am 1. Februar 2024 hat James Wallace Harris auf seinem Blog Classics of Science Fiction einen Beitrag veröffentlicht, der mich auf eine mir bisher unbekannte Novelle von Poul Anderson aufmerksam gemacht hat. Diese Geschichte habe ich anschließend online gelesen (Read The Sharing of Flesh online free by Poul Anderson (readsonlinefree.com)) und übersetzt (siehe weiter unten); ich habe keinen Hinweis darauf gefunden, dass sie jemals auf Deutsch erschienen wäre.

Hier folgt aber zunächst als Einführung der von mir ebenfalls übersetzte Beitrag von James Wallace Harris (ohne die Illustrationen aus Galaxy, die ich stattdessen in die Übersetzung der Geschichte eingefügt habe):

„The Sharing of Flesh” von Poul Anderson

„The Sharing of Flesh“ von Poul Anderson erschien erstmals in der Ausgabe Dezember 1968 des Galaxy Magazine. Es gewann 1969 einen Hugo Award für die beste Novelle und wurde auch für einen Nebula Award nominiert. Sobald ich die Geschichte in The Hugo Winners Volumes I and II, herausgegeben von Isaac Asimov, zu lesen begonnen hatte, wusste ich, dass ich sie schon zuvor gelesen hatte. Das Problem ist, dass ich mich nicht erinnern kann, wann und wo ich sie zuvor gelesen hatte, und das ärgert mich. Ich erinnere mich schon, dass ich diese Ausgabe von Galaxy damals 1968 bekommen hatte, aber wenn ich sie nur damals gelesen hätte, wäre sie mir nicht so frisch in Erinnerung geblieben. Bei dieser Lesung fühlte es sich so an, als müsste ich sie erst Wochen zuvor gelesen haben. Jeder Teil der Geschichte kam mir, als ich sie las, wieder in Erinnerung.

„The Sharing of Flesh“ handelt von Menschen, die einen Planeten entdecken, der schon zuvor von Menschen kolonisiert, aber vergessen worden war. Dies ist die dritte Geschichte, die ich in den letzten paar Wochen gelesen habe und die dieses Thema verwendete. Die anderen waren Andersons eigenes „The Longest Voyage“ und Nicola Griffiths „Ammonite“. „The Sharing of Flesh“ ist eine Mordgeschichte mit einem soziologischen/biologischen Drall. Es ist die Art von Geschichte, die ich nicht „spoilen“ will, indem ich sie zusammenfasse. Ich würde auf Archive.org verlinken, damit ihr sie online lesen könnt, aber aus dieser Ausgabe von Galaxy ist die Geschichte entfernt worden, was bedeutet, dass die Rechteinhaber von Andersons Nachlass das Herausnehmen verlangt haben. Sie ist verfügbar in Call Me Joe: Volume One of the Short Fiction of Poul Anderson von NESFA Press. (Ich habe sie aber später online gefunden.)

Ich habe ISFDB.org überprüft, um zu sehen, wo „The Sharing of Flesh” nachgedruckt worden ist, und ich besitze keine dieser Anthologien oder Kollektionen außer The Hugo Winners Volume I and II. Ich nehme an, dass ich „The Sharing of Flesh” dort gelesen habe, aber ich denke nicht.

Ich weiß, dass ihr wahrscheinlich denkt, ich sei übermäßig obsessiv bezüglich des Gedächtnisses, aber mich zu erinnern, wann, wo und wie ich eine Geschichte gelesen habe, ist aus zwei Gründen wichtig. Erstens werde ich alt, und ich verliere langsam mein Erinnerungsvermögen. An der Erinnerung zu arbeiten ist eine gute Übung für meinen Geist. Aber zweitens, und wichtiger, die Denkwürdigkeit einer Geschichte ist ein Maß ihrer Qualität. Wenn Worte sich in euren Geist einbrennen und jahrelang dort bleiben, dann gibt es dafür einen guten Grund.

Trotz all der Millionen von veröffentlichten Kurzgeschichten, und der tausenden, die ich gelesen habe, zählen die erinnerungswürdigen nur ein paar hundert, und diejenigen, die es wert sind, ein Leben lang geschätzt zu werden, summieren sich auf eine zweistellige Zahl.

„The Sharing of Flesh“ ist erinnerungswürdig, weil es von etwas Groteskem und Schrecklichem handelt und es bei seiner Auflösung doch um Vergebung geht. Die Geschichte handelt von der Überwindung von Erziehung und Kultur. Sie ist unglaublich positiv. Und doch weiß ich nicht, ob ich „The Sharing of Flesh“ in die Kategorie der Allzeit-Klassiker einordnen würde. Ich muss sie vielleicht ein paar weitere Male lesen, ehe ich mich entscheide. Dennoch denke ich wegen ihr, dass ich mehr von Poul Anderson lesen sollte.

Selbst die Illustrationen aus Galaxy sind mir so vertraut. Ich muss mich fragen, ob ich es damals 1968 gelesen habe. Falls ja, so denke ich nicht, dass ich mich an dieses Mal erinnere. Ich wünschte, ich hätte ein Tagebuch ab der Zeit geführt, als ich erstmals zu lesen begann. Ich habe „The Sharing of Flesh“ wahrscheinlich vor Kurzem gelesen, weil irgendein Blogger es erwähnte. Falls ihr euch erinnert, lasst es mich wissen.

Das ist eine andere Sache, an die ich mich gern erinnern würde. Ich würde mich gern an andere Leute anhand der Geschichten erinnern, die ich liebe. Ich wünschte, ich hätte mich um Erinnerungen zu sorgen begonnen, als ich ein Kind war. Wer hätte gewusst, dass sie mir jetzt so wichtig sein würden?

Ich beginne zu begreifen, dass Geschichten, die ich liebe, wie meine Gene sind; sie definieren, wer ich bin.

James Wallace Harris, 2/1/24

*     *     *

DAS TEILEN VON FLEISCH

Poul Anderson

Moru verstand, was es mit Schusswaffen auf sich hatte. Zumindest hatten die hochgewachsenen Fremden ihren Führern demonstriert, was die Dinger, die jeder von ihnen an seiner Hüfte trug, mit einem Blitz und einer Stichflamme tun konnten. Aber er begriff nicht, dass die kleinen Gegenstände, die sie oft in ihren Händen herumtrugen, während sie in ihrer eigenen Sprache redeten, audiovisuelle Sender waren. Wahrscheinlich hielt er sie für Fetische.

Als er Donli Sairn tötete, tat er es daher in voller Sicht von Donlis Ehefrau.

Das war Zufall. Von vereinbarten Zeiten am Morgen und Abend des achtundzwanzigstündigen Tages des Planeten abgesehen sendete der Biologe wie seine Kameraden nur an seinen Computer. Aber weil sie noch nicht lange verheiratet waren und heillos glücklich waren, empfing Evalyth seine Sendungen, wann immer sie von ihren eigenen Pflichten wegkommen konnte.

Der Zufall, dass sie in diesem einen Moment auf Empfang war, war nicht großartig. Es gab wenig, das sie tun konnte. Als Militech der Expedition – nachdem sie von einem halb barbarischen Teil von Kraken stammte, wo die Geschlechter gleiche Gelegenheiten hatten, für primitive Umwelten geeignete Kampfkünste zu lernen – hatte sie die Errichtung eines Gebäudekomplexes beaufsichtigt; und sie behielt die Routine bei, sie genau im Auge zu behalten. Jedoch waren die Einwohner von Lokon gegenüber den Besuchern vom Himmel so kooperativ, wie es die gegenseitige Rätselhaftigkeit zuließ. Jeder Instinkt und jede Erfahrung versicherte Evalyth Sairn, dass ihre Zurückhaltung nichts als Ehrfurcht maskierte, vielleicht mit einer sehnsüchtigen Hoffnung auf Freundschaft. Captain Jonafer stimmte dem zu. Nachdem ihre Position somit zu einem ziemlichen Ruheposten geworden war, versuchte sie, genug über Donlis Arbeit zu lernen, um eine nützliche Assistentin zu sein, nachdem er vom Tiefland zurückkehrte.

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